INTERVIEW

Frage: Médéa, in welchem Alter haben Sie angefangen zu trainieren? Was hat Sie damals dazu gebracht? Woher kam das Interesse daran?
Antwort: Wann immer ich Musik gehört habe, habe ich angefangen mich zu bewegen, zu tanzen, ja, eigentlich  seit ich laufen kann. Meine Mum hat es oft gefilmt. Mit 5 Jahren wollte ich unbedingt in eine Tanzgruppe und so kam ich zur  „ Etage „ , das ist eine Schule für darstellende Künste in Berlin-Kreuzberg. 3 Jahre später bei einem Fest der GASAG mit zirzensischen Angeboten für Kids, habe ich mich ausprobiert, aber wirklich fasziniert hat mich nur das Trapez.  Die Frau, die das beaufsichtigt hat, fragte meine Mum, ob ich das schon mal gemacht hätte, weil ich mich so geschickt angestellt und soviel Freude ausgestrahlt habe. Mein Kommentar damals war: „ Das will ich machen !“  Ein paar Wochen später erfüllte sich der Wunsch, als mich und meine Mum ein Mitarbeiter vom CABUWAZI, soziales KINDER-UND Jugendzirkusprojekt in Berlin beim rumturnen auf dem Rasen auf dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg, ansprach und mich einlud im Zirkus zu trainieren. Ich war begeistert und so fing es an, dass mein Traum Wirklichkeit wurde.

Frage: Und obwohl Sie ja bei Cabuwazi bestimmt auch andere artistische Disziplinen kennen gelernt haben, sind Sie  beim Trapez geblieben?
Antwort: Ja. Ich habe auch andere Disziplinen ausprobiert. Seillaufen zum Beispiel, auch Bodenakrobatik, aber meine Leidenschaft ist nun mal das Trapez. Hier kann ich am besten das verbinden und ausdrücken, was mir wichtig ist: Artistik und Tanz, Trapez und Musik.

Frage: Es gibt viele Trapezkünstler/darbietungen. Was würden Sie sagen, ist das besondere an Ihrer Darbietung?
Antwort: Die Authentizität. Das was ich zeige, das bin zu hundert Prozent ich. Was ich damit sagen will: meine Arbeit ist für mich die schönste Art meine wahren Gefühle zu zeigen. Ich spiele nicht, ich gebe nichts vor, sondern so, wie mich meine Zuschauer erleben, so bin ich. Und ich versuche, meine Gefühle an mein Publikum weiter zu geben, die Emotionen, die Poesie. Und – wie schon gesagt,-  ganz besonders wichtig ist für mich diese Verbindung von Trapez, Tanz und Musik. Ich glaube auch, dass man meiner Trapeznummer ansieht, wie wichtig mir diese Verbindung ist.

Frage: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Antwort: Ich möchte diesen Weg weitergehen, also, einerseits immer authentisch bleiben, aber mich auch neuen Kunst – und Ausdrucksformen öffnen, neue Erfahrungen sammeln noch facettenreicher werden. Mein größter Wunsch ist es, die Menschen, die mir zu sehen, auf eine Traumreise mitzunehmen, sie für einen Moment den grauen Alltag vergessen zu lassen, – ja, sie glücklich zu machen. Denn wenn mir das gelingt, dann bin auch ich glücklich.